Planetengarten Schloss Eggenberg

Planetengarten Schloss Eggenberg

Am Gelände des Herrschaftssitzes Eggenberg gab es von Beginn an einen Extragarten, der im Barock als Gemüsegarten diente und im 19. Jahrhundert als Schaugarten der Eggenberg’schen Handelsgärtnerei neben dem englischen Landschaftspark die Gartenlust der jeweiligen Fürsten repräsentierte. Im 20. Jahrhundert wurde dieser Bereich wieder als Gemüsegarten, zuletzt als Baumschule genutzt. In der Folge wurde er nicht mehr gepflegt und ist brachliegend zum Urwald verwachsen.

In den späten 1990er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde ich von der umsichtigen und visionären Leiterin des Schlosses Eggenberg Barbara Kaiser eingeladen, etwas aus diesem Brachland zu machen. Nach Besichtigung des Areals war mir klar, dass dies kein Garten im alten Stil werden konnte. Um eine Verbindung zum historischen Kontext herzustellen, griff ich in spielerischer Form das uralte System der planetarischen „Signaturenlehre“ auf, das für die Ikonographie von Schloss Eggenberg große Bedeutung hat. Ich formte poetische Gartenräume, die unter dem Signum der sieben damals bekannten klassischen Planeten stehen: Sonne , Mond, Jupiter, Venus, Mars , Merkur, Saturn. (Die Planeten-popups sind Texte, die Barbara Kaiser als Leittext für jeden Planeten-Gartenraum geschrieben hat.) Dieser Garten ist eine moderne Entsprechung des fantastischen kosmologischen Konzepts des Hause selbst, weshalb ich ihn als „Planetengarten“ bezeichnet habe. Das Universum dieses Gartens ist kein astronomisches, sondern ein philosophisch-literarisches und führt das künstlerische Programm des Schlosses fort (vgl. Barbara Kaiser, Schloss Eggenberg, Wien 2006, S. 284).

Link: museum-joanneum.at/schloss-eggenberg

Andere Gartenprojekte: Schlosspark Hornegg, Lindenhaus, Mediterraner Garten, Waldgarten am Stadtrand